Aktueller Fall
Handelskai 214 – Karlheinz-Hora-Hof
Rund 5.000 Menschen leben in den 1.043 Wohnungen des Gemeindebaus in der Leopoldstadt. Viele davon kämpfen seit Jahren mit schwarzem Schimmel, zugigen Fenstern und mangelhafter Lüftung – dazu kamen Mieterhöhungen von bis zu 50 Prozent.
Bewohnerinnen und Bewohner haben sich zur Wiener Mieter-Union zusammengeschlossen. Private Gutachten bestätigen massive Schimmelbildung durch Untertemperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit. Ein deutsches Labor wies Asbest in gebrochenen Fassadenplatten nach; die MA 39 hat das inzwischen bestätigt.
Die Wiener Mieter-Union hat die Volksanwaltschaft über die Zustände am Handelskai 214 informiert. In ihrer Antwort hält die Volksanwaltschaft fest, dass Bewohnerinnen und Bewohner der Anlage bei der Schlichtungsstelle (MA 50) die Durchführung notwendiger Erhaltungs- und Verbesserungsarbeiten beantragt haben – insbesondere zur Schimmelbeseitigung sowie zu Lüftung, Fassade, Fenstern, Keller und Elektrik. Da diese Themen bereits Gegenstand der laufenden Schlichtungsverfahren sind, wird die Volksanwaltschaft derzeit nicht selbst tätig. Dauert ein Verfahren länger als drei Monate, kann das Bezirksgericht angerufen werden.
Aus Sicht der Wiener Mieter-Union betreffen die Mängel nicht einzelne Wohnungen, sondern die gesamte Anlage mit allen 24 Stiegen – unter anderem:
- Schimmelbefall in zahlreichen Wohnungen
- beschädigte asbesthaltige Fassadenplatten und Fragen zur Ausführung der Arbeiten daran
- Brandschutz im Lüftungssystem
- Mängel an der Elektrik in den Steigleitungen
Schreiben der Volksanwaltschaft (PDF)
Wiener Wohnen hat bis Freitag, 13. November 2026 Zeit, eine verbindliche Generalsanierung zuzusagen. Andernfalls bringt die Wiener Mieter-Union am Montag, 16. November 2026 beim Bezirksgericht Leopoldstadt einen Antrag auf Generalsanierung der gesamten Anlage ein.
Was bisher passiert ist
- Frühjahr 2026Gründung einer Mieterinitiative auf Stiege 17, Austausch mit Juristen und Beratungsstellen.
- Juni 2026Laborbefund bestätigt Chrysotilasbest in Fassadenplatten.
- Juli 2026Gründung des Vereins Wiener Mieter-Union. Verfahren vor der Schlichtungsstelle (MA 50) und Beweissicherungsanträge beim Bezirksgericht.
- August 2026Stadt bestätigt Asbest; Termin für die mündliche Verhandlung vor der MA 50 wird fixiert. Ortstermin eines gerichtlich beeideten Sachverständigen im Beweissicherungsverfahren beim Bezirksgericht Leopoldstadt.
- Oktober 2026Verhandlungen vor der Schlichtungsstelle mit rund 25 Bewohnerinnen und Bewohnern. Der Befund des Gerichtssachverständigen liegt vor. Wiener Wohnen beauftragt erste Arbeiten: 15 beschädigte Asbest-Fassadenplatten wurden entfernt, weitere folgen; Lüftung, Fenster, Schimmelsanierung und Elektrik sind beauftragt. Die Volksanwaltschaft befasst sich mit dem Fall und verweist auf die laufenden Verfahren bei der MA 50. Die Bezirkszeitung Leopoldstadt bringt den Hora-Hof auf die Titelseite.
- November 2026Frist an Wiener Wohnen endet am 13. November. Danach, am 16. November, Antrag auf Generalsanierung beim Bezirksgericht Leopoldstadt.
Unsere Forderungen
- Sanierungsauftrag mit fixem, unumstößlichem Start- und Endtermin
- Rückwirkende Mietzinsminderung, bis alle Mängel behoben sind
- Fachgerechter Austausch aller beschädigten Asbestplatten
- Transparente Information der Mieter vor allen Arbeiten